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Dienstag, 3. Oktober 2017

Botschaft des Diyanet Vorsitzenden Erbas über den Monat Muharrem, Ashura und Karbala

Botschaft des Diyanet Vorsitzenden Erbas über den Monat Muharrem, Ashura und Karbala

Der  Monat Muharram ist für die Moslems eine wichtige Zeitspanne, die mehrere religiöse, geschichtliche und kulturelle Botschaften in sich verbirgt. Die Hedschra, ein Meilenstein in der islamischen Geschichte, die eine große Bedeutung für die Menschheit hat, geschah im Monat Muharrem. Der Tag Ashura, der Abschnitte der islamischen Geschichte in die Gegenwart trägt,  ist der 10. Muharrem. Hedschra, Ashura und  Karbala verbergen für alle Moslems, egal auf welchem Ort der Welt sie leben oder welcher religiösen-kulturellen Identität oder Konfession sie angehören oder egal welche Lebensweise sie sich aneignen, wichtige Berührungspunkte und Emotionen.
 
Am 10. Muharrem des Hedschrajahres 61 wurde in Karbala Hz. Hüseyin, einer der beiden Enkelkinder des Propheten (s.a.v.), die er als die „Blumen dieser Welt“ und „Kinder des Paradieses“ lobte, das liebe Kind von Hz. Fatima und Hz. Ali, und weitere 70 Personen des Ehl-i Beyt (Verwandtschaft des Propheten (s.a.v.)) ermordet. Dieser Vorfall verwandelte den Monat Muharrem in eine Trauerzeit.
 
Dieser bedauerliche Vorfall verletzte diejenigen, die an Allah und seinen Boten glauben und Liebe für das Ehl-i Bey in ihren Herzen tragen sehr tief. Seit diesem Vorfall ist dieser Tag für alle Moslems, egal welcher Konfession sie angehören oder welche Lebensweise sie sich angeeignet haben, ein Tag der Trauer. Während Hz. Hüseyin  das Herz aller Moslems eroberte, wurden diese Tyrannen, die ihm diese Untat angetan haben, von der Geschichte und in den Gewissen der Menschheit verurteil.
 
Die wichtigste und historischste Aufgabe der Moslems, die das Leid von Karbala tief in ihren Herzen spüren, ist, Karbala richtig zu verstehen, richtig zu bewerten und Lehren daraus zu ziehen. Aus dem Leid, das in der Vergangenheit erlebt wurde, neues Leid zeugen und die Trauer in Blätterfall verwandeln, nutzt niemandem. Karbala sollte die Herzen aller Moslems vereinen und in ein einziges Gewissen verwandeln. 
 
Die größte Botschaft, die uns Karbala weitergibt, ist Einheit, Einheitlichkeit, Solidarität und Geschwisterlichkeit. Wenn wir diese Botschaft in unser Leben nicht einsetztenkönnen, können wir nicht verhindern, dass in islamischen Ländern immer wieder traurige und schmerzliche Geschichten erlebt werden. Heute erleben Aleppo, Jemen, Gazza, Arakan dasselbe Schicksal von Karbala. Das, was jeden Tag dort passiert, die schlimmen Nachrichten, die wir von diesen Städten erhalten, die Trauer und der Schmerz wandten unsere Herzen zu Karbala.
 
Daher, laßt uns unsere Gemüter, die den gleichen Glauben tragen, den gleichen Schmerz und die gleiche Sehnsucht spüren, vereinen. Laßt uns Hüseyin in unseren Herzen tragen, laßt uns unsere Herzen zueinander öffnen, laßt uns gegenseitig mit Leidenschaft umarmen, laßt uns die Trauer von Karbala in unsere Herzen begraben, sodaß wir kein neues Leid mehr erleben. Wir sollten uns mit unserem Leid und unseren Sorgen aus der Vergangenheit, für die Ehre und das Ansehen des Islam mit Einsicht, Weitblick und Verantwortungsgefühl befassen und Beiträge für eine bessere Zukunft leisten.
 
Diejenigen, die alle islamischen Länder in ein Karbala verwandelt haben, machen das, indem sie die Moslems durch Zwiespalt mit Kriegen wegen Ethnik, Konfession und Lebensart teilen. Aus diesem Grund müssen wir wissen, daß in welchem Namen auch immer, gegen diejenigen, deren Gebetsrichtung die Qibla ist, Verhaltensweisen wie Haß, Beschuldigung und Diskriminierung uns keinen Nutzen und keine Zukunft bringen werden.
 
Karbala verstehen, bedeutet Hüseyin kennenlernen. Natürlich ist der Weg des Hüseyin, der Weg des Propheten (s.a.v). Hüseyin verstehen bedeutet, sich gegen das Unrecht und die Unterdrückung zu stellen.  Dem Recht, der Freiheit, der Gerechtigkeit, der Loyalität treu zu bleiben und sich für die Tugend einzusetzen. Hüseyin lieben bedeutet, die Werte, für die er sein Leben geopfert hat, sich aneignen.  Denn er war für alle Zeiten und Generationen ein prachtvolles Beispiel für ein ehrenhaftes Leben und eine tugendhafte Haltung. Unsere Aufgabe ist, den hohen Adel und die hohe Tugend von Hz. Hüseyin uns aneignen, seine legendäre Haltung und seinen Heldenmut unseren Jugendlichen und  zukünftigen Generationen vorstellen.
 
Zu diesem Anlaß gedenke ich Hz. Hüseyin, und die Märtyrer von Karbala und alle unsere  Märtyrer von Bedir, Canakkale, vom Unabhängigkeitskrieg und vom 15. Juli, die für ihre Heiligentum ihr Leben aufgeopfert haben, in Respekt, in Hochachtung, in Ehre und in Segen.
 
Prof. Dr. Ali ERBAŞ
Diyanet Vorsitzender