Botschaft von Erbaş, Präsident für religiöse Angelegenheiten, anlässlich des Ramadan-Festes

Botschaft von Erbaş, Präsident für religiöse Angelegenheiten, anlässlich des Ramadan-Festes

Mittwoch, 5. Juni 2019

Nach dem Monat Ramadan, mit dessen Beginn wir Segen und Frieden erleben, unser Geist und unser Herz mit Vergebung, Reinigung und Frömmigkeit geschmückt werden, haben wir das Ramadan-Fest des Friedens, der Brüderlichkeit und der Freundschaft betreten.

Wir wissen, dass die Feiertage Tage der Einheit, Gemeinsamkeit, des Teilens und der Solidarität sind, die uns mit unserer menschlichen Natur zusammenführen, in denen sich das Leben in Gemütsruhe und Frieden verwandelt und unsere Bindung in Bezug auf Liebe und Brüderlichkeit gestärkt wird. Leider können jedoch unsere Feiertage, die eine der wichtigsten Manifestationen des Glaubens und der islamischen Brüderlichkeit sind, in unserer Welt, die von Schmerz, Trauer und Tränen umgeben ist,  heute nicht als Festtage erlebt werden. Daher sollte dieses Fest Anlass dazu geben, dass wir dasselbe Gefühl und dieselbe Freude empfinden wie unsere Millionen muslimischen Geschwister mit unterschiedlichen Sprachen, Rassen, Hautfarben, Kulturen, Länder und Regionen, deren Glauben, Herzen und Gebete vereint sind. Denn Feiertage sind im wahrsten Sinne Festtage, wenn es gemeinsam zur Freude wird. Dazu müssen wir die Freude für die Festtage steigern und überall hintragen.

In dieser Hinsicht sollten wir zunächst unsere Eltern, Familienältesten, Verwandten und Nachbarn in den Feiertagen besuchen und unsere Herzensbrücken stärken.  Lasst uns unsere Verstorbenen, die wir dem Allerbarmen anvertraut haben, aussegnen und für sie beten.

Versuchen wir insbesondere, der Feiertag derer zu sein, die gerade an diesen Tagen nicht feiern können. Wir sollten für Personen, die auf Liebe und Mitgefühl angewiesen sind, für Waisen, Vollwaisen, Armseligen und Alleinstehende da sein und diesen eine Freude bereiten. Tragen wir die Freude über die Feiertage zu den Gefangenen in den Gefängnissen, den Patienten in den Krankenhäusern und in alle Orte, die wir erreichen können. Lasst uns das Ärgernis und das Grollen unter unseren Brüdern beseitigen. Lasst auch unsere Kinder an der Aufregung für die Feiertage teilnehmen und somit zu bleibenden Erinnerungen in ihren Köpfen beitragen. Aber das Wichtigste ist, dass wir die im Ramadan erzielten Errungenschaften und Schönheiten auch über den Ramadan hinaus fortführen und somit diesbezüglich beständig sind, ohne ausser Acht zu lassen, dass der Islam ein Ganzes ist, das unsere Gedanken, Einstellungen und Handlungen umgibt.

Mit diesen Gefühlen und Gedanken sowie dem Wunsch, dass die Feiertage Anlass sind für die Stärkung unseres islamischen Bewusstseins und unserer Brüderlichkeit sowie für den rechten Weg und den Frieden für die Menschheit, bitte ich Allah darum, dass wir viele Festtage erreichen mit Gesundheit und Frieden.

                                                                                                                  Prof. Dr. Ali ERBAŞ

                                   Präsident für religiöse Angelegenheiten