Die Botschaft des Präsidenten für religiöse Angelegenheiten, Erbaş, zum Internationalen Tag des Kampfes gegen Gewalt an Frauen am 25. November

Die Botschaft des Präsidenten für religiöse Angelegenheiten, Erbaş, zum Internationalen Tag des Kampfes gegen Gewalt an Frauen am 25. November

Donnerstag, 28. November 2019

Der Islam, der alle Menschen als gleichmäßig in der Anbetung zu Allah anerkennt, hat angeordnet, dass die menschlichen Beziehungen auf universellen Werten wie Barmherzigkeit, Gerechtigkeit, Mitgefühl und Fürsorglichkeit auf der Achse der "Menschlichkeit" aufgebaut werden, um eine Gesellschaft aufzubauen, in der die Grundrechte und -freiheiten jedes Einzelnen geschützt werden. Aus diesem Grund ist das Grundelement, welches das Wesen der sozialen Beziehungen in der islamischen Gesellschaft bestimmt, die Identität jedes Einzelnen als „Mensch“.  Andererseits beruhen in Dschahiliya-Gesellschaften die menschlichen Beziehungen auf allen Arten von Diskriminierung. In solchen Gesellschaften werden weltliche Interessen den menschlichen Werten vorgezogen; Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Mitgefühl werden durch alle Arten von Unterdrückung, Gewalt und sozialen Konflikten ersetzt. Daher ist Gewalt, als ein seit der Geschichte wiederkehrendes Phänomen, ein Verbrechen der Menschlichkeit, das ausschließliches durch eine Dschahiliya- Gesellschaft und -Auffassung ausgeübt wird.

Seit Adam haben alle Propheten mit der Mentalität der Dschahiliya zu kämpfen, die mit einer prärogativen Auffassung, sich selbst für überlegen halten und andere Menschen ausgrenzen, demütigen, ihre Ehre und Würde mit den Füssen treten. Unser geliebter Prophet, der Botschafter der Barmherzigkeit, der ein Beispiel für die Menschen darstellt, indem er alle Prinzipien des Islam gelebt hat, stand stets mit Gerechtigkeit, Vergebung und Mitgefühl gegen die Gewalt. Selbst Menschen gegenüber, die ihm das Leben unerträglich gemacht haben - auch wenn er die Macht hatte, auf eine ernste Weise zu reagieren -, hat er mit Weitblick und Mitgefühl reagiert. Denn der Islam, betrachtet die Gewalt an Frauen oder Männer; an Kinder oder älteren Menschen; sogar an allen Arten von Wesen in der Natur als ein ungeheuerliches Verhalten.

Gewalt, die heutzutage eine Dimension erreicht, welche die gesamte Menschheit bedroht, unabhängig von Religion, Sprache, Rasse, Geografie, Bildungsniveau und sozialem Status, zielt gnadenlos auf unsere Frauen ab. Beleidigung und Verletzung der Würde einer Person aus welchem Grund auch immer, ist Ausdruck eins krankhaften Geisteszustandes und im wahrsten Sinne die Manifestation einer ungebildeten Auffassung. Es ist nicht möglich, dass für einen Gedanken, der Gewalt an Frauen befürwortet, die islamische Ethik und Meditation eine Grundlage bilden.

Es ist die menschliche Verantwortung eines jeden Mitglieds der Gesellschaft, entschieden gegen einen solchen primitiven Gedanken anzukämpfen. Schließlich hat der Prophet gemäß dem Befehl "vertragt euch gut mit ihnen" in unserem höchsten Buch Koran (al-Nisa, 4/19), auf diese Weise verfügt: "Der Gesegneteste unter euch ist der, der Frauen auf die schönste Weise behandelt!” (İbn-i Mâce, Heirat, 50). Das Vermächtnis des Gesandten Allah's, der die Begriffe Recht, Gewahrsam, Respekt und Zuneigung in den Mittelpunkt des rechtlichen und moralischen Verhältnisses zwischen Männern und Frauen stellte, in der Abschiedshadsch lautet wie folgt: „Oh Menschen! Beachtet die Rechte der Frauen! Behandelt sie mit Mitgefühl und Liebe! Ich empfehle euch, Allah wegen ihnen zu fürchten …” (Müslim, Hadsch, 147).

Der einzige Weg, uns heute vor der Spirale der Gewalt zu retten, die das Leben der Frau trübt und die Familie vergiftet, besteht darin, auf diesen Rat des Propheten zu hören. Jeder Muslim muss, indem er das Lebensmodell des Propheten aufgreift, Menschlichkeit, Gerechtigkeit, Fürsorglichkeit und Mitgefühl als Grundlage unserer Beziehungen setzen. Weil diese Werte dazu beitragen werden, das harte Herzen erweichen, Feindseligkeiten schmelzen, anstelle von Groll und Hass Integration und Zuneigung herrschen, dass die Menschen einander kennen und verstehen.

In dieser Hinsicht hoffe ich, dass die Aktivitäten, die am ‘25. November, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen’, stattfinden, uns eine milde Sichtweise geben und unsere Menschen zu dem Bewusstsein bringen, dass Gewalt nur durch Mitgefühl und Wut durch Zuneigung beseitigt werden kann. Ich wünsche, dass in unserem Land und auf der ganzen Welt, für Kinder und Frauen fern von Vernachlässigung und Misshandlung aller Art, friedliche Tage kommen; Ich hoffe, dass das Verständnis von Gerechtigkeit, das auf Mitgefühl und Barmherzigkeit beruht, unser Leben beherrscht.

Prof. Dr. Ali ERBAŞ

Präsident für religiöse Angelegenheiten